Aufzählungs-Symbol "Wohin mit unseren Kleinsten"
Die Einstellung von Eltern zur Betreuung ihres kleinen Kindes in einer Krabbelstube ist zumeist widersprüchlich. Sie quälen Fragen und Zweifel:
Dient die öffentliche Erziehung wirklich dem Wohl der Kinder dieses Alters? Ist sie für ihre Entwicklung geradezu notwendig - oder wird aus der mütterlichen, sprich hausfraulichen Not, eine Tugend für das Kind gemacht? Und wenn schon Krippenerziehung, ist sie deshalb schon den ganz Kleinen zumutbar und förderlich - und wenn, wie viel davon?
Diese widersprüchliche Einstellung ist nur zum Teil Ausdruck der kontroversen öffentlichen Diskussion über dieses Thema. Bedeutsamer für die Verunsicherung und Zweifel der Eltern ist es, dass sie am Lebensbeginn ihrer Kinder so eng mit diesen verwoben sind, sodass man von einer psychischen Einheit (Symbiose) spricht. Der gemeinsame Weg von Kindern und Eltern aus dieser "Einheit" ist von starken Gegensätzen geprägt.
Betrachtet man die kindliche Entwicklung vor diesem Hintergrund, kann das widersprüchliche Verhalten der Kinder in den ersten Lebensjahren als entwicklungsangemessen verstanden werden. Aber auch die eigenen, oft schwer verständlichen, zumeist schwierig erlebten Gefühle in diesem Prozess können und dürfen vor diesem Verstehungshorizont für Eltern und PädagogInnen einen Sinn erhalten. Nur so können diese Gefühle wiederum dem Verständnis der Kinder dienen.

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